(provenance) research in progress

Der Reisspeicher, Tana Toraja,Indonesien

Informationen zum Objekt1:

Reisspeicher, Alana Sembana

Verzierungen geschnitzt von Ne´Kambane

Tana Toraja, Sulawesi

Um 1935

Holz, Bambus, Rotang

Restauriert mit finanzieller Unterstützung der Kölner Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln

 

BILD: © RJM

BILD: © RJM / L. Voigt.

Informationen zur Provenienz:

Ein aufwändig dekorierter Reisspeicher aus Tana Toraja ist das Wahrzeichen des 2010 eröffneten Themenparcours des Rautenstrauch-Joest_Museums: Elf Meter in der Länge, fünf Meter in der Breite und über sieben Meter Höhe misst das größte Objekt in den Sammlungen des Hauses. Der ohne einen Nagel konstruierte Bau ist ein eindruckvolles Zeugnis der Architektur und Holzschnitzkunst des Sa´dan Toraja.

Der Speicherbau wurde 1983 während einer Forschungsreise der Universität Leiden von dem Architekten Jowa Imre Kis-Jowak, den Ethnolog*innen Hetty Nooy-Palm und Reimar Schefold sowie der Fotografin Ursula Schulz-Dornburg dokumentiert. Die Familie, in deren Besitz er sich zu dieser Zeit befand, war daran interessiert ihn zu verkaufen und schon 1984 reiste Ursula Schulz-Dornburg nach Sulawesi, um ihn für das Rautenstrauch-Joest-Museum zu erwerben. Dort wurde er zunächst im Depot aufbewahrt und erst im Hinblick auf die Daueraustellung im Museumsgebäude am Neumarkt von 2002 bis 2008 von den Kalker Werkstätten restauriert. Das Bambusdach war inzwischen in einem so schlechten Zustand, dass es nicht mehr verwendet werden konnte. So reiste die damalige stellvertretende Direktorin und wisseschaftliche Referentin für das Insulare Südostasien, Dr. Jutta Engelhard, die auch Projektleiterin für den Neubau am Neubau sowie den Themenparcours war, nach Tana Toraja, um dort ein neues Dach anfertigen zu lassen. Im Sommer 2008 wurde der Speicherbau von zwei Fachkräften, Yakobus Remak und Sinin Lion, in Begleitung von Mika Mambaya, im Foyer des Rautenstrauch-Joest-Museums neu eindedeckt. 

In Tana Toraja fand Jutta Engelhard zudem etwas heraus, das in ethologischen Museen leider nur sehr selten bekannt ist: Sie traf den Schnitzer Turo Todingan, der die beudatsamen Motive am Reisspeicher als Werk seines Lehrers Ne´Kambane erkannte..

 

1 utta Engelhard, 2010, Wahrzeichen des neuen Museums: Reisspeicher. In: Jutta Engelhard und Klaus Schneider (Hg.), Der Mensch in seinen Welten: Das neue Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt (Ethnologica Band 28), Köln: Wienand.

2 Die Forschungsergebnisse wurden in dem Buch Banua Toraja. Changing Patterns in Architecture and Symbolism Among the Sa’dan Toraja (1988) veröffentlicht, in dem der Reisspeicher auf Seite 109 abgebildet ist.

3 Eine Auswahl ihrer Fotografien der Forschungsreise publizierte Ursula Schulz-Dornburg mit dem Titel Tongkonan, Alang, and the House Without Smoke (2008).

4 Jutta Engelhard, 2008, Ein neues Dach für den Reisspeicher aus Tana Toraja im Rautenstrauch-Joest-Museum: http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/download/Bulletin2008-01_DachFuerDenReisspeicher.pdf & Jutta Engelhard, 2009, Das Wahrzeichen des neuen Rautenstrauch-Joest-Museums – Kulturen der Welt: http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/download/Bulletin2009-01_WahrzeichenReisspeicher.pdf  (Zuletzt besucht: Juli 2021).

BILD: © Reimar Schefold

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Kontakt

Yagmur Karakis

Heinrich-Heine-Universität
Abteilung für Globalgeschichte

yagmur.karakis(at)hhu.de